Das Zwischenwerk VIIIb
Stand 20.10.2010
Das Zwischenwerk VIIIb, links neben dem jetzt übererdeten Fort VIII im
Bereich des Rodenkirchener Golfplatzes gelegen, gehörte zu dem äußeren Gürtel
von Befestigungsanlagen, welcher in den Jahren 1873–1877 errichtet wurde.
Es kann wohl als das besterhaltenste Werk dieses
Bereiches bezeichnet werden.
| Über dem Hauptzugang des Zwischenwerkes VIIIb
wartet die Arbeit auf die Kollegen vom C.R.I.F.A. |
 |
 |
Die Zugbrücke zum Innenbereich des Werkes wurde
bereits vollständig renoviert und ist heute voll funktionstüchtig. |
Erbaut wurde
das Zwischenwerk VIIIb im Jahre 1876 in Form eines Trapezes. Das
Mauerwerk, auch das der sorgfältig gearbeiteten Kontereskarpenmauer, besteht aus
Ziegelsteinen – vermutlich Feldbrandsteine. Die Mauerstärken liegen zwischen 1
m und 3,50 m. Nach 1885 wurden
die Decken und Wände verstärkt. Ursache hierfür war das
Aufkommen der so genannten Brisanzgeschosse. Ein 4,5 m
tiefer und 9 m breiter Graben umgab die Anlage.
Im Fortgraben – heute auch als Skulpturenpark bezeichnet – befinden sich einige
Eisen-Skulpturen eines zeitgenössischen Künstlers aus den
70er Jahren.
 |
 |
Die Bewaffnung des Zwischenwerkes bestand aus
einer 15 cm Ringkanone (praktische
Reichweite 6.000 m) und drei 9 cm Geschützen
(praktische Reichweite von ca. 4.500
m). Zusätzlich gab es Aufstellungsmöglichkeiten für vier
weitere Geschütze. Die Besatzung sollte etwa 150–180 Mann
betragen.
Die beiden Flankengräben und der Frontgraben mit Kontereskarpenmauer sind noch
vorhanden, der Kehlgraben wurde später auf Straßenniveau eingeebnet. Eine
doppelte Kaponiere an der Südostfront und eine einfache an der Südwestfront
sicherten den Front- und die Flankengräben. Beide mußten
wie die Eskarpenmauer und die Traversen nach 1919
gemäß den Abrüstungsbestimmungen im Versailler Vertrag
entfernt werden. Für den Kehlbereich war die noch existierende Kehlkaponiere
zuständig.
| Grabenverteidigung |
 |
 |
Kampfraum der Grabenverteidigung |
| Auf der Werkoberfläche wurde ein mittlerweile etwas verwilderter Rosengarten
angelegt. |
 |
 |
Die in den 20er Jahren hier angebaute Treppe
ermöglicht den Zugang zum Garten. |
Mit Billigung der unteren Denkmalbehörde der Stadt Köln hat das C.R.I.F.A.
(Cologne Research Institute of Fortification Architecture) das
Zwischenwerk VIIIb als Arbeits- und Studienobjekt auswählen
können. Der originale Zustand der Fassaden und Räume wird
bei den Restaurationsarbeiten angestrebt. Mittlerweile
hat der Verein
- in ehrenamtlicher Arbeit alle Räume
von Müll und Schutt gesäubert,
- die noch existierende
Klappbrücke wieder gangbar gemacht
- das Zwischenwerk als Studienobjekt für befreundete
Vereinigungen aus Koblenz und Berlin zur Verfügung
stellen können,
- den Brunnen des Werkes ausfindig machen können
(mittlerweile konnte dieser bereits teilweise gesäubert werden),
- den Eingangsbereich neu gestaltet und mit Pflastersteinen auslegen lassen
- die noch vorhandenen Räume für Ausstellungen, Führungen oder sonstige
Veranstaltungen nutzbar gemacht.
Das Zwischenwerk VIIIb bildet heute beim Tag der Kölner Forts
und beim Denkmaltag der Stadt Köln einen festen Bezugspunkt in der
Museumslandschaft. Es ist erstaunlich zu sehen, wie die Restaurationsarbeiten
gedeihen und sich das Zwischenwerk VIIIb in immer besserer Erhaltungsform den
Besuchern präsentiert - dank der unermüdlichen Arbeit des C.R.I.F.A. Sogar
an der Langen Nacht der Kölner Museen beteiligt man sich und präsentiert
das Fort in uriger nächtlicher Atmosphäre.
| Wenn Sie uns am DAWA - Stand besuchen
(hier 2008), lassen Sie sich nicht von den "abgegriffenen"
Ansichtsexemplaren abschrecken - wir halten natürlich druckfrische Hefte
zur Mitnahme bereit ! |
![Im Zwischenwerk VIIIb [Michael Oehlrich]](../images/treffen/trefkoel/051384.jpg) |
![Im Zwischenwerk VIIIb [Uwe Kopp]](../images/treffen/trefkoel/051383.jpg) |
Füttern verboten -
auch wenn von draußen der leckere Duft von frisch gegrillten
Bratwürstchen hereinweht |
| Anke steht mehr der Sinn nach etwas
Flüssigem |
 |
 |
Redaktionssitzung unter freiem Himmel:
Uwe Kopp erörtert mit Harry Lippmann die Vision eines DAWA Sonderbandes
über die Luftschutzanlagen in Köln.Angesichts
der Besuchermassen beim Besuch eines Luftschutzbunkers scheint ein
gewisser Informationsbedarf in der Öffentlichkeit vorhanden zu sein. |
Mittlerweile nimmt das Festungsmuseum
der Stadt Köln, für
welches bereits eine Reihe von Ausstellungsstücken gespendet wurden,
Gestalt an.
Der Fortgraben und die Werkoberfläche können jederzeit
besichtigt werden. Jeden 1. Samstag im Monat werden interessierten
Besuchern sachkundige und dabei kostenlose Führungen
(um 12h, 14h und 16h),
auch in französischer und englischer Sprache, angeboten.
Das Zwischenwerk VIIIb liegt an der Militärringstraße 10 (Ecke
Konrad-Adenauer-Straße) in 50996 Köln-Marienburg.
Nähere Informationen
über das Zwischenwerk, den Röhrenbunker am Reichensperger Platz, den Köln-Niehler Winkelturm, über Aktivitäten des CRIFA
sowie über eine eventuelle Mitgliedschaft erhalten Sie bei:
info@crifa.de
www.crifa.de
Der Röhrenbunker am Reichensperger Platz
Unter einer Parkanlage am Reichensperger Platz wurde zu
Luftschutzzwecken ein Röhrenbunker angelegt. Die Anlage wurde durch Zufall
unverschlossen aufgefunden. Mittlerweile wurde die Anlage durch die CRIFA
gesäubert, gesichert und wiederhergerichtet. Ein Kleinod mitten in der Kölner
Innenstadt!
| Der nördliche Zugang zum Röhrenbunker |
 |
 |
Zugang zum Innenteil des Luftschutzbunkers |
| Filteranlage der Firma AUER |
 |
 |
Verzweigung des Röhrenbunkers |
| Heizkörper, sanitäre Anlagen und der
Nordzugang von innen |
 |
Der Köln-Niehler Winkelturm
Als Außenstelle des Festungsmuseums Köln kann im
Kölner Norden an jedem 3.
Samstag im Monat ein Luftschutzturm der Bauart Winkel
besichtigt werden.
Die Besichtigungen werden von Uwe Kopp durchgeführt, der sich der
Bestandsaufnahme aller Kölner Luftschutzanlagen verschrieben hat.
Zur Vertiefung:
| [1] |
Ein Bericht über den
Kölner Winkelturm ist in unserem Heft
52 der
DAWA
Nachrichten zu finden. |
|